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Politik: Was wir 16- bis 17-Jährigen wollen

08.06.2019 // Allgemein

Viele junge Menschen engagieren sich heute für politische Themen. Seien es die Fridays4Future-Proteste oder der Kampf gegen den Art. 17 des EU-Urheberrechts, welcher besonders bei Jungen unbeliebt ist. Aber wir fühlen uns oft nur schwach von der Politik vertreten. Doch was wollen eigentlich junge WählerInnen wie wir aus der 6A und der 7A?

Anscheinend werden durch den Altersunterschied zwischen den Politikern (ca. 50) und den Jüngeren und das Alter der meisten WählerInnen unsere Anliegen vernachlässigt. Das bedeutet, dass langfristige Zukunftsthemen nicht ausreichend repräsentiert sind.

In Deutschland haben junge Männer die neue Partei VOLT für die Jugend gegründet. Sie heißt so, weil Volt die Einheit für Energie ist und das die Partei bewirken will: Energie für Europas Zukunft. Ihr Vorsitzender wird ins neue EU-Parlament einziehen.

Für uns spielt der Umweltschutz die größte Rolle. An Aktionen wie „Fridays for future“ können wir leider bei uns in Saalfelden nicht teilnehmen. Wöchentlich demonstrieren da tausende junge Menschen für das Einhalten der Klimaziele, die von Regierungen ignoriert oder regelmäßig nach hinten verschoben werden. Das können wir uns nicht mehr leisten. Der Klimawandel ist ja eine Realität, die uns Jungen anscheinend bewusster ist als vielen Politikern. Als Weltgemeinschaft sollten wir unseren CO2-Ausstoß verringern und auch die Abholzung der Regenwälder und die Verschmutzung der Ozeane verhindern. Wir Junge wollen eine saubere Erde, die wir lange bewohnen können. Dafür müssen wir schon heute Maßnahmen treffen und auch umsetzen. Wir müssten mehr erneuerbare Energie verwenden oder eine CO2-Steuer einführen. Wir, die Jugend, werden mit den schlimmen Konsequenzen leben müssen, wenn der CO2-Ausstoß nicht endlich verringert wird. Uns jüngeren Generationen ist aber auch der Tierschutz wichtig; die Massentierhaltung hingegen lehnen wir ab.

All das Plastik in den Weltmeeren, an dem viele Tiere sterben, macht uns zu schaffen. Wir versuchen so wenig Plastik wie möglich zu kaufen, aber dies ist schwierig, denn im Supermarkt ist fast alles noch einmal extra verpackt. Da fragen wir uns schon, warum, wie zum Beispiel bei Orangen, die sind sowieso schon durch ihre dicke Schale vor Schmutz geschützt.

Weiters ist für MitschülerInnen aus den Dörfern wichtig, dass es mehr Subventionen für ländliche Gebiete gibt und auch Bauern gefördert werden, die konventionell arbeiten und nicht biologisch. Heute kostet Mineralwasser ja mehr als Milch. Betreffend Verkehr sollte man die Benzin- und Vignettenkosten erhöhen und die Öffis verbilligen, verbessern und weiter vernetzen. Die Fahrqualität muss steigen und es muss mehr Angebot geben, damit auch auf dem Land ein mobiles Leben ohne Auto möglich ist.

Wir brauchen auch bessere Regelungen für die Integration von Migranten. Auch Asylwerber sollten zum Beispiel arbeiten dürfen. Ein Zusammenleben der verschiedenen Kulturen würden wir begrüßen und wird noch bedeutender werden. Gefördert werden sollten auch ein nationales Zugehörigkeitsgefühl, Aufklärung und Kommunikation zwischen verschiedenen Gruppen (hier sprechen wir nicht nur von Muslimen, Buddhisten, Christen und co., sondern auch von verschiedenen Berufs- und Interessensgruppen und Menschen mit verschiedenen Lebensstandards). Ein Fokus sollte auf der Freundschaft zwischen unterschiedlichen Menschen liegen, denn wen man liebt, greift man nicht an. Dieser Fokus wäre ein erster Schritt zur homogenen Gleichberechtigung.

Außerdem brauchen wir mehr leistbares Wohnen. Mietzinsobergrenzen, Beschränkung von Nebenwohnsitzen und Startwohnungen in Städten wären gut. Klimaschutz in Kombination mit Verkehr (insbesondere mit Öffis), Ausbildung, Berufe und Digitalisierung sollten von der Politik mehr beachtet werden.

Politiker sollten bei Themen, die ihnen nicht vertraut sind, mehr Rücksicht auf uns jüngere Leute nehmen. Der Artikel 13/17 der EU-Urheberschutznovelle macht aus ihrer Sicht das Internet sicherer und bringt angeblich nur Gutes. Aber: Soziale Netzwerke sind in unserer Generation gang und gebe. Wir wollen die Freiheit des Uploads und der Information behalten. Deshalb sollte Artikel 13/17, wie auch die Uploadfilter, nochmals überdacht werden. Man darf nicht vergessen, wie viele Jugendliche auf die Straße gegangen sind, um Artikel 13/17 zu verhindern. Alle diese Stimmen wurden schlichtweg ignoriert und es galten wieder einmal die Interessen der über 40-Jährigen mehr als die der Jugend. Dazu kam, dass den ehrlich Interessierten und Engagierten der Protest gegen Bezahlung (durch Google?) vorgeworfen wurde. Wir finden das dreist und ignorant und meinen, dass die Jugend hier professioneller geurteilt hat. Politiker wie Axel Voss haben lediglich versucht, eine - wenig überzeugende - Ausrede für ihr Verhalten zu finden.

Trotzdem: Sehr wichtig ist uns auch eine starke Europäische Union. Damit meinen wir, dass wir in Brüssel wichtige Themen wie den Klimaschutz behandeln und nach außen geschlossen auftreten. Wir dürfen nicht vergessen, dass die EU nach zwei Weltkriegen den Frieden nach Europa gebracht hat. Auch die Grundfreiheiten sind uns wichtig. Doch Vereinigte Staaten von Europa machen in unseren Augen nur Sinn, wenn die EU eine föderalistische Gemeinschaft bleibt. Mitgliedstaaten sollten also trotzdem Freiheiten in der Gesetzgebung haben. Die Vielfalt der Regionen soll erhalten bleiben.

Wir würden uns ein Land wünschen, in dem Arm und Reich gleiche Chancen haben. Soziale Gerechtigkeit gibt allen die Möglichkeit, sich Wohlstand zu erarbeiten. Das heißt für uns auch, dass man die reiche Minderheit stärker besteuert und ärmere Staatsbürger davon profitieren. Leistung und harte Arbeit sollen sich für junge Menschen lohnen. Auch im Strafrecht soll es gerecht zugehen: Einige Verbrechen werden heute nicht angemessen verurteilt; Privilegierte werden da eher geschont. Es ist wichtig, dass die Gerechtigkeit für Arme und Reiche gilt.

Bildung ist ein weiterer Punkt, der uns sehr am Herzen liegt. Wir schätzen, dass wir gratis eine wunderschöne Schule besuchen und dort lernen dürfen. Bildung ist unserer Meinung nach der erste Schritt zu einer vollkommenen Gemeinschaft. Dazu gehört auch eine stressfreiere Möglichkeit für die Lehre mit Matura. Gut wäre auch die Veränderung unseres Schulsystems. Wir sollten schon viel früher den Anreiz zu einer aktiven Interessensverfolgung (gefördert) bekommen als jetzt. Viele in unserer Schule sind nur da, weil sie zu faul oder zu unwissend sind, um überhaupt an eine Zukunft zu denken, was natürlich Auswirkungen auf die Lernmotivation der ganzen Klasse/Schule hat.

Unsere Vorstellungen können in Zusammenarbeit, mit Verständnis und Geld umgesetzt werden, für eine lebenswerte Zukunft!